Körpersprache ist eine Sprache, die wir alle sprechen, aber nie formell gelernt haben. Am besten kennen wir natürlich die Körpersprache unserer eigenen Kultur, aber auch in andern Kontinenten kommen wir damit überraschend gut zurecht.
Bei Bewerbungsgesprächen geht es besonders darum zu verstehen, was der Bewerber unbewusst kommuniziert. Was denkt das Vis-à-vis, was ist sein Ziel?
Wichtig ist, dass man die eigene Körpersprache nicht ändert oder anpasst. Man wirkt dann nicht mehr authentisch.
Die Emotionen steuern die Körpersprache. Die Körpersprache kennt die Lüge aber nicht und spielt uns dadurch beim Lügen einen Streich, siehe auch das Referat von Jack Nasher.
Der erste Ein-Druck ist etwas, was wir intuitiv wahrnehmen, obwohl wir das nie formal gelernt haben. Der Druck wirkt auf uns ein und wir bilden uns sofort eine erste Meinung. Der Händedruck ist Teil des Kennenlernens und trägt wesentlich zum ersten Eindruck bei.

Pietro Sassi während einer seltenen Sekunde des Stillhaltens für den Fotografen...
Wir halten uns oft das Gesicht. Oft aus Nervosität oder Verlegenheit. Besonders beim Sitzen halten wir uns im Gesicht. Halten wir uns im Untergesicht, suchen wir nach einer Lösung. Es ist ein SOS-Zeichen. Man kann dem Gesprächspartner in diesem Fall allenfalls zur Lösung helfen. Umgehend wird die Hand des Gegenübers aus dem Gesicht verschwinden!
Es gibt keine Körperbewegungen, die wir nicht kennen:
Wenn wir uns mit der Zunge hinter der Unterlippe die Backen aufblasen, so zeigen wir dem andern eigentlich die Zunge.
Halten wir uns die linke Hand über die Rechte, heisst, ich weiss etwas, sage es jetzt aber nicht.
Die rechte über der linken Hand heisst, jetzt sage ich nichts mehr.
Die leichte Gebetshaltung bedeutet, man ist offen, positiv und gespannt auf das was kommt.
Die feste Gebetshaltung steht für mentale Ablehnung. Hält man sich die Hände noch vor den Mund, ist es noch strenger. Stachelt man dazu mit den Fingern, geht es gegen die Sache oder die Person. Hält man die Hände mit den Zeigefingern wie eine Pistole wird es langsam eng… Explodiert man, so schlägt man mit den Händen oder Fäusten auf den Tisch.

Pietro Sassi demonstriert Mimik während eines "schwierigen" Gesprächs
Lehnt man mit verschränkten Händen zurück, so bedeutet das erst einmal eine kritische Einstellung. Das ist nicht negativ per se. Tut der Gesprächspartner dies, so sollte man Unklarheiten auflösen.
Spielt man in den verschränkten Armen mit den Daumen, so ist man langsam negativ gegen die Sache oder die Person. Lehnt man zurück mit den Händen über dem Kopf, so ist man innerlich weg.
Aufgrund der Körpersprache kann man sogar aus einer Menschengruppe lesen, wer bei welchem Thema wo ist und wen man zuerst abholen sollte.
Männer geben oft zuerst Geräusche von sich, bovor sie Gestiken zeigen. Frauen bringen sofort viele Informationen mit entsprechender Gestik.

"Zonen" für intellektuelle, emotionale und umsetzungsbezogene Hinweise
Das Obergesicht steht für mentale Fähigkeiten, das Mittelgesicht für emotionales Befinden, das Untergesicht für das Umsetzungspotential.
Hält man sich das Untergesicht, so ruft man innerlich “SOS”, im Mittelgesicht hat man ein emotionales Thema, im Obergesicht geht es ums Denken, positiv oder negativ. Je nach Fragestellung muss man hier spüren, ob es wohl positiv oder negativ ausgeprägt sein könnte und entsprechend nachhaken.
Spricht man über eine Offerte, sollte man den Kunden genau beobachten. Bei welchem Thema kommen welche Gestiken?
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Checkliste von Pietro Sassi zum Erkennen der Körpersprache
Gemäss www.sassi.ch
Körpersprache erkennen – Gedanken und Absichten verstehen
• Bewegungen aus der rechten Körperhälfte
= nach aussen gerichtet
• Bewegungen aus der linken Körperhälfte
= von innen nach aussen gerichtet
• Körperhaltungen
Gerade = neutral
Nach vorne = DU-ausgerichtet
Nach hinten = ICH-ausgerichtet
• Arme auf dem Rücken = Sicherheitsgehabe überheblich
• Arme verschränkt = verschliesst sich / kritisch
• Arme auf der Hüfte angewinkelt = Dominanzgehabe
• Hände in der Tasche = abwartende Sicherheit
• Hände hinter den Kopf
= ich habe genug / interessiert mich nicht mehr
• Linke Hand umfasst das rechte Handgelenk
= weiss etwas und sagt nichts
• Rechte Hand umfasst das linke Handgelenk
= ich sage jetzt nichts
• Linker Arm angewinkelt = hat seine persönliche Meinung
• Rechter Arm angewinkelt = ich will…. (Bluff)
• Greift an die Stirn
= das ist ja verrückt
= da stimmt was nicht
• An die Brille greifen = ist ja verrückt
• Brille abnehmen und in den Mund nehmen
= überhebliche Belehrung
• Hände reiben = Vorfreude auf Vorteil
• Hände in Keilform = will beeinflussen
• Ins Mittelgesicht greifen = emotionell betroffen
• Ins Untergesicht greifen = erlebt etwas was ihm nicht passt, ist verunsichert
• Sitzender zeigt den Anus (beim Übereinanderschlagen der Beine)
= Ablehnung
• Sitzender richtet sein Bein zum Gesprächspartner
= positive Wahrnehmung
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